Die Weltbevölkerung wächst: Laut einer Prognose der Vereinten Nationen sollen bis zum Jahr 2050 rund 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Mit dieser Entwicklung steigt auch die Nachfrage nach sicheren, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Für die Lebensmittelbranche eröffnet das neue Chancen, doch zugleich erhöhen sich die Anforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Hersteller sehen sich zunehmend strengeren Vorgaben für Lebensmittelsicherheit und -qualität gegenüber. Sicherheitsmängel können nicht nur Folgen für den Verbraucher haben, sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen, wie Produktrückrufe oder Produktionsausfälle. Hinzu kommt: Die Lebensmittelbranche zählt zur kritischen Infrastruktur (KRITIS). Damit gelten für sie auch strenge Anforderungen an die Informationssicherheit.
Darüber hinaus sind effiziente Prozesse und eine hohe Anlagenverfügbarkeit entscheidend, um im zunehmenden internationale Wettbewerb bestehen zu können.
Digitalisierung in der Lebensmittelindustrie
Die Digitalisierung wird als Weg angesehen, die Lebensmittelsicherheit zu verbessern und gleichzeitig die Effizienz zu steigern. Die Vernetzung der Produktion sowie der Lieferkette sind dabei die Basis für die Erhebung von Daten. Ihre Auswertung und Analyse kann zeigen, wo Optimierungspotenzial schlummert, sowohl für die Sicherheit als auch für die Wirtschaftlichkeit.
Gleichzeitig können Hersteller über einen digitalen Fernzugriff Maschinenwartungen durchführen, um die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern. Das hilft dabei, Engpässe in der Produktion zu vermeiden. Der Einsatz von digitalen Track- und Trace-Technologien ermöglicht eine optimierte Rückverfolgbarkeit der Produkte vom Erzeuger bis zum Verbraucher. Bei Lebensmitteln, die auf Kühlung angewiesen sind, ist ein solches Verfahren heute unerlässlich.
Die Vernetzung bietet den Lebensmittelproduzenten darüber hinaus die Möglichkeit, die Einhaltung von Vorschriften zu dokumentieren und damit Transparenz zu schaffen.
Warum Cybersecurity in der Lebensmittelindustrie entscheidend ist
So hilfreich die Vernetzung zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit auch sein mag, so sorgt sie auf der anderen Seite dafür, dass neue Risiken entstehen: Sobald eine Maschine oder Anlage mit dem Internet verbunden ist, entsteht ein potenzielles Einfallstor für Schadsoftware.
Weltweit ist Cyberkriminalität auf dem Vormarsch und macht auch vor Lebensmitteln nicht Halt. Im Mai 2025 sorgte ein massiver digitaler Angriff auf ein deutsches Molkereizentrum für mediale Aufmerksamkeit. Nur einen Monat davor war eine Brauerei von einer Ransomware-Attacke betroffen. Kriminellen war es gelungen, Daten zu verschlüsseln und zu stehlen, um Lösegeld zu erpressen.
Regulatorische Anforderungen durch NIS2 und KRITIS
Unternehmen der kritischen Infrastrikturen sind aufgrund der hohen Bedrohungslage verpflichtet, für Sicherheit zu sorgen: Das KRITIS-Dachgesetz schreibt umfangreiche Schutzmaßnahmen vor und betrifft vor allem große Einrichtungen. Die Europäische Union möchte innerhalb der Staatengemeinschaft ein vergleichbares Schutzniveau schaffen und hat dafür die NIS2-Richtline auf den Weg gebracht, die auch kleinere Betriebe adressiert, nämlich alle „wichtigen Einrichtungen“ kritischer Sektoren, sobald sie mehr als 50 Mitarbeiter oder 10 Millionen Umsatz haben. Das NIS2-Umsetzungsgesetz trat in Deutschland Ende 2025 in Kraft. Unternehmen haben bis zum 6. März Zeit, sich beim BSI zu registrieren.
Wie sich vernetzte Produktionsumgebungen absichern lassen
Die gute Nachricht ist, dass es Lösungen gibt, mit denen sich Effizienz und Sicherheit gleichermaßen herstellen lassen. Die Endian Secure Digital Platform bietet einerseits die Möglichkeit, OT- und IT-Anlagen zu vernetzen, um Daten zu erheben und Fernwartungen durchzuführen. Gleichzeitig werden die vernetzten Dinge mit einem mehrstufigen Sicherheitskonzept gegen Cyberattacken geschützt.
Unternehmen der Lebensmittelindustrie können Cybersecurity und Effizienz unter einen Hut bringen, indem sie:
Netzwerke segmentieren
Für die Cybersicherheit in immer stärker vernetzten Umgebungen ist die Netzwerksegmentierung die Grundlage. Sie sorgt dafür, dass Schadsoftware nicht von einer Anlage auf die nächste übergreifen kann, indem die Netze in kleinere Segmente unterteilt werden. Diese Unterteilung der Netze wird mithilfe von Security-Gateways umgesetzt.
Die Endian 4i Edge Gateways sind mit mehreren, fein aufeinander abgestimmten Cybersecurity-Tools ausgestattet und ermöglichen eine bilaterale Datenverbindung. So lassen sich Produktionsdaten sicher erfassen und auswerten, um die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern.
Sichere Fernzugriffe implementieren
Da die Datenverbindung in beide Richtungen funktioniert, sind auch Fernzugriffe möglich. Sollte einer der vernetzten Sensoren einen Fehler registrieren, der eventuell zu einer Gefährdung der Lebensmittelsicherheit führt, so ist eine Überprüfung der Anlage per Fernzugriff ebenso möglich.
Die Kommunikation ist per VPN verschlüsselt und abgesichert. Wartungsarbeiten, Fehleranalysen und Software-Updates lassen sich effizient durchführen, ohne die Produktionsumgebung zu gefährden.
Rollenbasierte Zugriffsrechte einsetzen
Für einen sicheren Fernzugriff spielt auch das Management von Zugriffsrechten eine entscheidende Rolle. Die Endian Secure Digital Platform ermöglicht eine granulare, rollenbasierte Vergabe von Zugriffsrechten. Anwender, Dienstleister oder Servicetechniker erhalten ausschließlich Zugriff auf genau die Systeme und Funktionen, die sie für ihre jeweilige Aufgabe benötigen. Dieser Zugriff lässt sich auch zeitlich begrenzen und vollständig protokollieren. Dies reduziert nicht nur das Risiko von Fehlbedienung oder Missbrauch, sondern unterstützt auch die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und Audit-Vorgaben.
Zero-Trust-Prinzip anwenden
Auf dieser Basis lässt sich auch das Zero-Trust-Prinzip umsetzen, wie es beispielsweise in der NIS2 verlangt wird. Das Zero-Trust-Prinzip beschreibt ein Sicherheitsmodell, bei dem keinem Zugriff vertraut wird, auch wenn er innerhalb eines Netzwerks stattfindet. Geräte, Nutzer und Anwendungen müssen sich eindeutig ausweisen, bevor eine Verbindung zugelassen wird. Damit erfüllt die Endian Secure Digital Platform die zentralen Anforderungen moderner Zero-Trust-Architekturen und schafft eine belastbare Grundlage für sichere vernetzte Produktionsumgebungen.
Drittanwendungen per Docker-Container einsetzen
Die Auswertung von Maschinendaten erfolgt entweder über Software von Drittanbietern oder selbst entwickelte Anwendungen. Per Docker-Container lassen sich solche Lösungen schnell von einem Gateway auf das nächste übertragen. Dieser Vorgang lässt sich zudem automatisieren, um Ausrollzeiten zu verkürzen. Außerdem tragen Docker-Container auch zur IT-Sicherheit bei, weil sie komplett unabhängig voneinander funktionieren. Sollte ein Container ausfallen, arbeiten alle anderen weiterhin.
Auf digitale Souveränität achten
Digitale Souveränität bedeutet, dass Unternehmen jederzeit die Hoheit über ihre Prozesse, Daten und Infrastruktur behalten können. Aufgrund der angespannten geopolitischen Lage, kombiniert mit der Unzuverlässigkeit einiger Akteure ist das Thema wichtiger denn je. Unternehmen brauchen ein ganzheitliches Konzept, um jederzeit selbständig und unabhängig agieren können. Die Endian Secure Digital Platform wurde nach dem Prinzip-Security-by-Design entwickelt, so dass Sicherheit auf jeder Entwicklungsstufe mit eingeplant ist. Außerdem ist die Plattfrom als On-Premises-Lösung verfügbar. Unternehmen haben damit die Wahl, wo sie die Lösung hosten wollen.
Fazit
Digitale Vernetzung, Datentransparenz und Fernzugriff müssen kein Sicherheitsrisiko für Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sein. Mit der Endian Secure Digital Platform lassen sich moderne Produktionskonzepte umsetzen, ohne Kompromisse bei Cybersicherheit oder Compliance einzugehen.


