Maschinenhersteller stehen heute unter hohem wirtschaftlichen Druck. Steigende Energie- und Rohstoffkosten, Fachkräftemangel und ein zunehmender internationaler Wettbewerb belasten die Margen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Kunden. Sie erwarten eine hohe Anlagenverfügbarkeit und einen reibungslosen Service.
Die Digitalisierung bietet hier den entscheidenden Hebel. Vernetzte Maschinen ermöglichen die Gewinnung und Analyse von Daten, auf deren Basis sich effizientere Produktions- und Serviceprozesse etablieren lassen. Auch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ist möglich: Services wie Zustandsüberwachung oder Fernwartung verbessern das Nutzererlebnis sowie die Kundenbindung und eröffnen den Herstellern neue Einnahmequellen.
Sicheres Netzwerk: Basis der Digitalisierung
Wenn Maschinenhersteller ihre installierte Basis beim Kunden digital vernetzen wollen, treffen sie häufig auf sehr heterogenen Konnektivitätsoptionen. Bedingt durch die langen Lebenszyklen industrieller Anlagen sind viele Systeme bereits seit Jahren oder Jahrzehnten im Einsatz, während neuere Generationen schon ab Werk über moderne Kommunikationsschnittstellen verfügen. Für eine sichere Vernetzung von bestehenden Anlagen (Brownfield) und neuen Systemen eignen sich sogenannte Security-Gateways. Sie bilden die zentrale Schnittstelle zwischen der Anlage beim Kunden und der betrieblichen IT-Infrastruktur und stellen sicher, dass Datenübertragung, Fernzugriff und Serviceprozesse durch fortschrittliche Cybersecurity-Tools geschützt sind.
Die Endian 4i Gateways eignen sich für den Einsatz im industriellen Umfeld und verfügen über ein fein aufeinander abgestimmtes Portfolio an Sicherheitsfunktionen für IT- und OT-Systeme. Sie unterstützen verschiedene Konnektivitätsoptionen, von Ethernet über Wifi bis hin zu 5G und sind als Hardware-, Software- oder virtuelle Lösung erhältlich. Ein entscheidender Vorteil für Maschinenhersteller ist, dass bereits vorhandene Gateways nicht ersetzt werden müssen. Mit der 4i Software oder der virtuellen Variante lassen sich bestehende x86-basierte Geräte einfach aufrüsten und zu einer Konnektivitätslösung für industrielle Systeme machen. Dabei werden alle gängigen Feldbusprotokolle unterstützt, wie beispielsweise S7 oder Modbus. So können Unternehmen ihre Investitionen weiterhin nutzen, ohne zusätzliche Hardwarekosten zu verursachen und gleichzeitig von modernen Sicherheits- und Vernetzungsfunktionen profitieren.
Datenanalyse: Schlüssel zu höherer Effizienz
Sobald alle Anlagen vernetzt sind, können die Hersteller die Daten an eine zentrale Plattform übertragen, um sie auszuwerten. Diese Analysen decken oft vorher nicht bekannte Zusammenhänge auf: So lassen sich beispielsweise Störungen frühzeitig erkennen, bevor sie zu Ausfällen führen. Diese vorausschauende Wartung senkt Ausfallzeiten und erhöht die Maschinenverfügbarkeit beim Kunden. Gleichzeitig können Hersteller die Wartungen gezielt nach Bedarf durchführen und ihre Ressourcen effizienter einsetzen.
Damit Maschinenhersteller von ihren Daten profitieren, ist digitale Souveränität entscheidend: Hersteller müssen jederzeit die Hoheit über ihre Daten behalten und bestimmen können, wo sie gespeichert und ausgewertet werden. Außerdem brauchen sie eine Lösung, die die Daten intelligent filtert, um damit Bandbreite zu sparen und die Kosten im Griff zu behalten.
Die Endian 4i Security-Gateways verfügen über genügend Rechenkapazität für Edge Computing, um die Daten vor ihrer Weiterleitung an die Endian Secure Digital Platform vorzuselektieren. Auf der Plattform werden die Informationen übersichtlich visualisiert, um Muster und Anomalien zu erkennen, bevor weitere Störungen entstehen. Die Plattform ist hochskalierbar, unterstützt Wachstum und lässt sich flexibel installieren, entweder im eigenen Netzwerk, beim Systemhaus oder in der Cloud. So behalten Maschinenhersteller die volle Kontrolle über ihre Daten und sichern sich gleichzeitig Effizienz- und Wirtschaftlichkeitsvorteile.
Sicherer Fernzugriff für optimierte Benutzererfahrung
Dank sicherer Fernwartung können Maschinenhersteller viele Service- und Wartungsarbeiten mittlerweile über das Internet durchführen, ohne Ingenieure und Techniker zum Kunden schicken zu müssen. Hochqualifizierte Fachkräfte Können viele Arbeiten vom Büro oder sogar von daheim aus erledigen, anstatt ihre wertvolle Arbeitszeit auf Reisen zu verbringen. Das spart nicht nur Reisekosten, sondern verbessert die Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeitenden, reduziert den CO2-Fußabdruck und schafft Raum für Wachstum.
Darüber hinaus ermöglicht der Fernzugriff auch den Übergang von einem reaktiven zu einem proaktiven Supportmodell. Für die Kunden bedeutet das weniger Stillstandszeiten, eine Maximierung der Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness, kurz OEE) und ein insgesamt verbessertes Kundenerlebnis. Maschinenhersteller haben dank der Fernwartung viele Stellschrauben, über die sie ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können.
Die Grundlage für diese Vorteile ist ein höchstes Maß an Sicherheit. Die verbundenen Maschinen und Netzwerke sowie die übertragenen Daten müssen zu jeder Zeit vor unbefugten Zugriffen und Schadsoftware geschützt sein. Die Endian 4i Gateways bieten hierfür ein abgestimmtes Set an Sicherheitsfunktionen: Jeder Fernzugriff erfolgt über ein verschlüsseltes VPN. Dabei wird eine virtuelle, verschlüsselte Verbindung zwischen dem Unternehmensnetzwerk und dem entfernten Benutzer aufgebaut.
Über die Endian Secure Digital Platform lässt sich das Prinzip der minimalen Zugriffsrechte umsetzen. Jeder Anwender erhält nur Zugriff auf die Ressourcen, die zur Erfüllung seiner Aufgaben notwendig sind. Außerdem lassen sich alle Zugriffsrechte bequem über das zentrale Management-Tool der Platform verwalten, dem Endian Switchboard. Hier lassen sich auch Anmeldeverfahren integrieren, die bereits im Unternehmen genutzt werden, wie beispielsweise Microsoft Entra ID oder Okta. Benutzer der Platform werden einfach mit dem zentralen Unternehmensverzeichnis synchronisiert, was für mehr Sicherheit sorgt und den Verwaltungsaufwand reduziert.
Für die Sicherheit beim Fernzugriff ist die Einführung des Zero-Turst-Konzepts wichtig, das für jeden Zugriff eine Überprüfung, Verifizierung und Autorisierung fordert. Das Sitzungsmanagement erhöht das Sicherheitsniveau zusätzlich: Es bietet die Möglichkeit, jeden Fernzugriff erst auf eine explizite Anfrage hin freizugeben. Jeder einzelne Zugriff wird protokolliert und die gesamte Sitzung aufgezeichnet. Das sorgt für mehr Transparenz.
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist wichtig, um das Risiko unsicherer Passwörter zu verringern. Neben ihrem Passwort benötigen die Anwender noch einen zweiten Faktor, um sich anzumelden. Ein gängiges Verfahren ist die "Besitz-Faktor"-Authentifizierung, bei der den Anwendern ein einmaliges Passwort auf ihr Smartphone geschickt wird.
Cyberangriffe in der Industrie verhindern
Die Digitalisierung ist für den Maschinenbau entscheidend, um langfristig im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Doch die zunehmende Vernetzung macht Industrieunternehmen anfälliger für Bedrohungen aus dem Internet. Für die deutsche Wirtschaft ist laut der Bitkom-Studie “Wirtschaftsschutz 2025” der Schaden durch Cyberattacken im letzten Jahr auf über 200 Milliarden Euro angestiegen. Über ungesicherte Schnittstellen, beispielsweise zwischen der Maschine und einer Fernwartungssoftware, können Angreifer Schadsoftware in ein Unternehmen einschleusen. Beim Maschinenanwender kann eine erfolgreiche Attacke Maschinenstillstände, Produktionsausfälle oder Gefahren für Mitarbeitenden und Umwelt nach sich ziehen. Aber auch für Maschinenhersteller drohen schwerwiegende Konsequenzen. Wird eine Maschine über Fernzugänge oder unzureichend abgesicherte Softwarekomponenten kompromittiert, so fällt das auf den Hersteller zurück und sorgt für Reputationsschäden oder Haftungsansprüche.
Passgenaue Cybersicherheit wird damit zur Pflicht und die Segmentierung der Netzwerke ist eine grundlegende Maßnahme. Die Netzwerksegmentierung verhindert, dass sich Schadsoftware, die einmal ins Unternehmen gelangt ist, ungebremst ausbreitet. Für die Unterteilung der Netzwerke eignen sich die Endian 4i Gateways. Auch eine einzelne Maschine oder ein gewisser Teilbereich davon kann ein Segment darstellen.
Die Endian 4i Gateways sind mit mehreren, fein aufeinander abgestimmten Sicherheitslösungen ausgestattet. Eine Firewall blockiert unerwünschten Datenverkehr. Zusätzlich scannt sie per Deep Packet Inspection die eingehenden Datenströme auf potenzielle Risiken.
Ein Intrusion Detection and Prevention System (IDPS) überwacht den gesamten Netzwerkverkehr kontinuierlich, um Anomalien festzustellen. Eine Anomalie kann beispielsweise der ungewohnt hohe Datenaustausch zwischen einer Maschine und einem unbekannten Gerät sein, das normalerweise gar nicht im Netzwerk verbunden ist. Das IDPS kann in einem solchen Fall sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, indem es beispielsweise die Verbindung kappt.
Regulatorische Compliance als Wettbewerbsvorteil
So wie mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung auch das Risiko für Cyberattacken wächst, so steigt auch gleichzeitig der regulatorische Druck. Verordnungen und Richtlinien wie die DSGVO, die europäische NIS2 oder die industrielle Norm für Cybersicherheit IEC 62443 definieren klare Anforderungen an den Schutz von Daten, Netzwerken und kritischen Automatisierungssystemen.
Die Endian Secure Digital Platform bietet eine Sicherheitsarchitektur, mit der sich zahlreiche regulatorische Anforderungen gleichzeitig adressieren lassen:
DSGVO und NIS2 fordern den Schutz personenbezogener und kritischer Daten, die IEC verlangt kontrollierte Systemzugänge. Rollenbasierte Zugriffe und das Zero-Trust-Prinzip unterstützen alle drei Regularien. Auch die Verschlüsselung und die Netzwerksegmentierung sind für den Datenschutz und die die Netzwerkresilienz relevant. Damit werden die Angriffsflächen verringert und die personenbezogenen sowie die betrieblichen Daten geschützt.
Außerdem verlangen alle drei Regularien eine transparente Überwachung sowie auditfähige Nachweise über die Sicherheitsmaßnahmen und Vorfälle. Endian liefert dafür die zentralisierte Protokollierung aller Zugriffe sowie eine Monitoring-Funktion für die Fernwartungen.
Fazit
OT-Sicherheit ist längst mehr als ein Kostenfaktor oder eine Pflichtaufgabe. Mit den richtigen Lösungen können Maschinenhersteller nicht nur Risiken reduzieren, sondern auch ihre Effizienz steigern, Ressourcen optimal nutzen und Stillstände vermeiden. Sicher vernetzte Anlagen und datengestützte Prozesse schaffen Raum für wirtschaftliches Wachstum, neue Service- und Geschäftsmodelle und erhöhen gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit. OT-Security entwickelt sich damit zu einem strategischen Vorteil, der Unternehmen hilft, die Digitalisierung gewinnbringend zu nutzen und langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen.


